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Geschichte

Die Geschichte des Flugplatz Finsterwalde aus der Sicht der Flugsportvereinigung "Otto Lilienthal" e.V. Dieses 70 ha großes Landstück, welches jedem Finsterwalder unter der Bezeichnung "Segelflugplatz" bekannt ist, wurde im Jahr 1932 als Fluggelände den damaligen Flugsportlern der Stadt Finsterwalde übergeben.Seither war dieses Stück Erde Zeitzeuge deutscher Geschichte auf dem ganz speziellen Gebiet des Flugwesens.Wir wissen heute nicht mehr, wie es zu dem Entschluss kam, gerade an dieser Stelle einen Flugplatz zu bauen. Sicher war bedeutsam, dass die Finsterwalder Flugenthusiasten einem großen Aufschwung in der Sport- und Zivilfliegerei folgend, schon längere Zeit ein geeignetes Gelände suchten. Bekanntlich fanden schon vor der Inbetriebnahme unseres Flugplatzes, an verschiedenen Stellen des Stadtgebietes Flugversuche statt.Ein weiterer wichtiger Grund ist nachweislich in der großen Unterstützung durch den damaligen Stadtrat zu sehen. Es ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert, dass unsere altvorderen Stadtväter Finsterwalde gern an den entstehenden Zivilflugverkehr Deutschlands anschließen wollten. So ist es nicht verwunderlich, als dann bei der Einweihung die gerade gerodete und planierte Heide liebevoll als "Flughafen" tituliert wurde.Vielleicht wäre es auch dazu gekommen, wenn nicht ein knappes Jahr später, im Jahre 1933, die deutsche Geschichte in eine verhängnisvolle Richtung gelenkt worden wäre.Zwar flog man in den nun folgenden Jahren sehr viel. Viele Flugschüler wurden ausgebildet. Von und nach Finsterwalde wurden Streckenflüge unternommen.Immer wieder kommen noch heute ehemalige Flieger zu uns und erzählen, dass sie hier 1940/41 oder 42 ihre A, B oder C-Prüfung geflogen haben. Sie erzählen aber auch was dann kam. Meistens nennen sie nur Typenbezeichnungen wie Ju 88, Me 109, He 111, Focke Wulf 190 oder Lastensegler. Die Mehrzahl der hier Ausgebildeten kann uns aber heute nicht mehr berichten. Der Krieg wurde ihnen zum Verhängnis.In dieser Zeit wurden auch die Grenzen der Ausbaufähigkeit unseres Flugplatzes erkannt und deshalb der Bau des Luftwaffenflugplatzes südlich der Stadt im Jahre 1935 begonnen.Es fanden sich Flugenthusiasten - unter Ihnen Roland Leonhardt, Dieter Jensch, Heinz Pelikan - die ihre Leidenschaft in den Jahren nach dem Krieg nur durch Modellbau befriedigen konnten und begannen in Finsterwalde 1954 wieder richtig zu fliegen. Der Flugplatz erwachte zu neuem Leben. Eine Halle in Form einer alten Reichsarbeitsdienstbaracke wurde aus Dahme herangeschafft. Unterkunft stellten die Wirtsleute Hülle in ihrer Gaststätte Waldfrieden zur Verfügung.Aus Gotha, Bad Schmiedeberg und Lommatzsch kamen die ersten Nachkriegssegelflugzeuge und die sowjetischen Besatzungstruppen spendeten den legendären Doppeldecker Po 2 mit Fronterfahrung als Schleppflugzeug. Maybach-Schleppwinden waren noch vorhanden oder wurden bei Horch in Zwickau nachgebaut. Neue Winden wurden Ende der 50er Jahre in der Tschechoslowakei gekauft. Sogar ein Schleppflugzeug Zlin 226 konnte in dieser Zeit hier eingesetzt werden.Die Winden setzen wir heute noch ein. Das Schleppflugzeug ist behütetes Museumsstück. Der Leistungssegelflug entwickelte sich und als Ergebnis der guten Bedingungen am Finsterwalder Flugplatz erflog sich unser Fliegerkamerad Rudolf Hirschfelder zu Beginn der sechziger Jahre als einer der ersten Flugsportler in der damaligen DDR die drei Diamanten zum goldenen Segelfliegerleistungsabzeichen. Wenn man bedenkt, dass die Flugtechnik kostenlos bereitgestellt wurde und auch keine Fluggebühren erhoben wurden, so schien es, als würde die Fliegerwelt wieder langsam in Ordnung kommen, ja mehr noch, die Bedingungen waren äußerst günstig. Dementsprechend groß war der Zuspruch, den der Flugsport auch in Finsterwalde bekam. Allerdings hielt diese Entwicklung leider nicht an.Als am 13. August 1961 die Mauer zwischen den Deutschen zu Lande errichtet wurde, dauerte es nicht lange bis darüber nachgedacht wurde, in der Luft ebenfalls Balken zu stationieren, obwohl das bekanntlich ja sehr schwierig ist. Aber auch dieses Kunststück nahmen die Teilungspolitiker in Angriff. Seit 1962 wurde nun jeder Flugsportler von den allseits bekannten Organen "handverlesen". Viele mussten gehen, andere gingen kopfschüttelnd und resignierend von selbst.Tragische Schicksale nahmen ihren Lauf. Die Reihen lichteten sich auf unserem Flugplatz. Nur wenige blieben, immer in der Hoffnung, dass das ja so nicht weitergehen könne und es ja bald wieder besser werden müsse.Aber weit gefehlt, es kam noch schlimmer.Ende des Jahres 1979 wurde von der inzwischen etablierten militärischen Führung des Sportfluges in der DDR die Schließung unseres Flugplatzes verfügt. Der Sportflug hatte endgültig die Rolle des Zulieferers für das Militär zu übernehmen und dazu brauchte man nicht über 70 Sportflugplätze, auf denen immer noch Freizeit sinnvoll verbracht wurde. Das vormilitärische Programm ließ sich an wenigen Zentren besser bewerkstelligen. Vor allem ließen sich die Beteiligten leichter überwachen. Unser Flugplatz war also ab 1979 zur fliegerischen Bedeutungslosigkeit verurteilt.Der umliegende Kiefernwald breitete sich aus und das charakteristische Heidekraut konnte ungehindert wachsen. Dicke Ferngasleitungen wurden devisenträchtig in Richtung Westberlin verlegt. Niemand dachte auch nur im entferntesten daran nach diesen Eingriffen die Oberfläche wieder in Ordnung zu bringen.Das heißt, es stimmt nicht ganz. Es gab die wenigen, inzwischen an einer Hand abzuzählenden Finsterwalder Flieger, die es einfach nicht glauben wollten, dass das nun das endgültige Ende sei. Schon fast heimlich, damit niemand über die Sinnlosigkeit ihres Tun`s lache, wurden erneut Heidesträucher gerodet und so das Aussehen des Flugplatzes wenigstens notdürftig erhalten.Als dann die Angriffe auf unser hiesiges Domizil immer massiver wurden, die Vertreibung kurz bevorstand und uns keine Argumente mehr für unser Verbleiben einfielen, kamen wir doch noch auf eine rettende Idee.Die verbotenerweise gesammelte historische Flugtechnik wollten wir mutig, gewissermaßen in kleiner Anwandlung von Glasnost und Perestroika, in einem Museum präsentieren. Nicht den Segen von oben abwartend, gingen wir daran SG 38, Baby II b, Meise, Lehrmeister und andere Sachzeugen des Flugsports zu restaurieren, oftmals sogar von eigenen Fliegerkameraden belächelt, etwa nach dem Motto, wir sollten unsere Arbeit lieber in die im Einsatz befindlichen Flugzeuge stecken, da wäre genug zu tun.Dennoch wurde 1987, inzwischen wohlwollend von oben beobachtet, eine Ausstellung eröffnet, die fast schlagartig großes Interesse fand. Das, was zunächst als rettender Strohhalm oder als Fuß in der Tür zur Wiederaufnahme der Fliegerei gedacht war, entwickelte sich bald zur eigenständigen Einrichtung, die ihre Konsequenzen forderte.1989 wollten wir eine Neugestaltung beginnen. Aber 1989 begann eben auch eine andere viel größere Neugestaltung. Damit rückte unser Ziel, in Finsterwalde wieder zu fliegen, sehr schnell näher. Wir wollen nicht darauf eingehen, welche Anstrengungen es gekostet hat, einen Anteil an der vorhandenen Flugtechnik einzufordern und zu erhalten.Es war nicht das Beste, was wir uns da erkämpften. Wir mussten uns ruckartig finanziell in allen Belangen auf die eigenen Füße stellen.Ein Verein musste gegründet werden und 70 ha Flugplatzgelände mussten als solches wieder hergerichtet werden. Und da lag wieder der Hase im Pfeffer oder besser, der Flugplatzhase in der Kiesgrube. Das der Flugplatzgrund feinster märkischer Sand und Kies ist, brachte uns schon oft Vorteile. Wasser versickert sofort, egal in welchen Mengen es kommt.Nun aber drohte ein erneutes Verhängnis. Der Kies und damit der Flugplatz sollte abgebaut werden. Das zu verhindern war nicht einfach. Durch gemeinsame Anstrengung der Stadtverwaltung, des Umweltamtes und durch unseren Verein gelang es.In den Jahren seit seiner Neugründung im Jahre 1990 ist unser Verein ein gutes Stück vorangekommen. Haben wir 1990 mit vier mehr oder weniger guten Segelflugzeugen den Flugbetrieb aufgenommen, so konnten zwei weitere bereits abgeschriebene Segelflugzeuge im polnischen Herstellerwerk instand gesetzt werden. Es sind zwar keine Superorchideen, die wir fliegen, aber eine solide Grundlage auf die wir aufbauen können. Als wir unseren Flugplatz auch der allgemeinen Luftfahrt öffneten, mussten wir nicht lange auf Besuch warten. Der erste, der uns aus den alten Bundesländern fliegend besuchte, war unser Fliegerfreund Werner Kranich aus Velbert.Im Jahr 2007 feierten wir den 75. Geburtstag unseres Flugplatzes.



FMSC-Finsterwalde e.V.

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